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Türkische Reisebüros am Eigelstein

Name des Reisebüros: Reisebüro Celik

Anschrift : Gereonswall 4, 50668 Köln

Name des Befragten : Herr Celik


Wie lange gibt es Ihr Reisebüro schon?
Herr Celik: Mein Reisebüro gibt es seit ca. 7 Jahren.

Haben Sie das Reisebüro selber eröffnet oder haben Sie es übernommen?
Herr Celik: Ich habe dieses Reisebüro selber eröffnet.

Gehört Ihr Büro einer Reisebürokette an?
Herr Celik: Nein, es handelt sich um ein Einzelgeschäft.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?
Herr Celik: Mit mir zusammen sind es zwei. Mein Reisebüro ist zu klein um mehr Mitarbeiter zu beschäftigen. Ausserdem würde ich dadurch eher Verlust als Gewinn machen, denn durch die Lage in der Nebenstraße gibt es hier nicht genug Laufkundschaft.

Welche Nationalität hat Ihr Mitarbeiter?
Herr Celik: Er ist in der Türkei geboren, hat aber eine deutsche Staatsbürgerschaft und besitzt einen deutschen Pass.

Bilden Sie in ihrem Betrieb grundsätzlich aus?
Herr Celik: Nein, ich beschäftige nur Praktikanten. In Deutschland ist es sehr schwierig und kompliziert jemanden auszubilden. Ausserdem wäre es ein großer Zeitaufwand und desshalb eher ein Verlust, weil ich nicht die ganze Arbeit auf meinem Mitarbeiter lasten lassen kann. Desweiteren hätte ich eh nicht die nötigen Kapazitäten um ihn später bei mir zu beschäftigen.

Welcher Nationalität gehören Sie an?
Herr Celik: Bei mir ist es genauso wie bei meinem Mitarbeiter. Ich bin auch in der Türkei geboren, habe aber auch eine deutsche Staatsbürgerschaft.

Wie setzt sich Ihre Kundschaft zusammen?
Herr Celik: Bei mir buchen vorwiegend Türken ihre Reisen bzw. Flüge. Mir fällt auch besonders auf, dass die Söhne und Töchter meiner Stammkunden ihre Reisen bei mir buchen wenn sie alt genug sind. Meine Stammkunden halten sich also über mehrere Generationen.

Sie haben also Stammkunden?
Herr Celik: Ja, bei mir buchen sogar vorwiegend Stammkunden. Um genauer zu sein etwa 70%. Die restliche Kundschaft besteht aus Laufkundschaft oder aus Personen auf Empfehlung meiner Stammkunden zu mir kommen. Die restlichen 30% sind Pauschalreisen.

Unterscheiden sich die Wünsche zwischen der deutschen, türkischen oder Kundschaft mit anderer Herkunft?
Herr Celik: Bei mir buchen hauptsächlich Türken und die sind meistens nur an Flügen in die Türkei zu ihrer Familie interessiert. Deutsche, oder Kunden mit einem anderen Heimatland wollen häufiger Pauschalreisen buchen. Als ich das Büro gegründet habe wollte nur 1% der Kunden Pauschalreisen buchen, heute sind es 30%.

Könnte man sagen, dass Ihr Reisebüro einen Angebotsschwerpunkt hat?
Wenn ja, in welcher Art und welche Ziele?

Herr Celik: Wie man ja auch schon aus der letzten Frage erschließen kann, liegt unser Schwerpunkt hauptsächlich bei flügen in die Türkei. Hauptziele sind Istanbul, Ankara und andere Großstädte.

Wie hat sich die Kaufkraft in den letzten Jahren entwickelt?
Herr Celik: In den letzten Jahren wurden immer mehr Pauschalreisen gebucht, desshalb werden sie auch billiger. Die Kaufkraft bei meiner Stammkundschaft hat sich nicht besonders entwickelt. Sie ist gleich geblieben.

Am Eigelstein gibt es sehr viele ausländische Reisebüros, sehen Sie die Konkurrenz eher positiv oder negativ?
Herr Celik: Natürlich ist Konkurrenz grundsätzlich negativ. Das Hauptproblem am Eigelstein is aber, dass die Reisebüros sehr verteilt und in Nebenstraßen liegen. Wenn alle Reisebüros in der gleichen Straße wären, wäre die Konkurrenz vielleicht sogar positiv, weil die Kundschaft dann auf alle Reisebüros aufmerksam wird.

Gibt es eine Form von Rivalität?
Herr Celik: Nein, wir machen alle unser Geschäft und behindern uns nicht gegenseitig.

Wie lange leben Sie schon in Deutschland?
Herr Celik: Ich lebe hier schon seit knapp 30 Jahren.

Also haben Sie bald ihr Jubiläum?
Herr Celik: Genau, ich bin am 18. Juni 1977 nach Deutschland gekommen.

Haben Sie vor der Eröffnung Ihres Reisebüros in einem anderen Reisebüro gearbeitet oder einen anderen Job getätigt?
Herr Celik: Ja, bis zur Eröffnung meines Reisebüros vor sieben Jahren war es ein sehr langer Weg. Als ich in Deutschland angekommen bin hatte ich noch keine Deutschkenntnisse, also bin ich ein Jahr in eine Vorbereitungsklasse gegangen um Deutsch zu lernen. Danach habe ich dann einen Hauptschulabschluss erlangt. Dann habe ich eine Lehre als Freser absolviert und kurze Zeit als Freser gearbeitet. Doch nach einiger Zeit habe ich in der Industrie gearbeitet. Ich bin durch einen Freund in diese Branche gelangt. Mit dem Job ließ es sich gut leben, doch nach einiger Zeit verlor ich die Lust an diesem Beruf und wollte selbstständig werden. Als Starthilfe arbeitete ich bei der Deutschen Bahn und holte währenddessen mein Abitur nach. Danach war ich zwei Jahre auf einer technischen Schule. Danach führte ich mein Reisebüro zuerst als Hobby und heute ist es mein Hauptberuf. Ich verdiene genug Geld und der Job gefällt mir.

Eine letzte Frage.Leben Sie hier am Eigelstein?
Herr Celik: Nein, ich lebe in Bocklemünd und fahre jeden Morgen hier hin um zu arbeiten.

Vielen Dank für das Interwiev und Ihre Unterstützung bei unserem Projekt.